Unter dem Motto "Reportagen gegen das Vergessen" fand eine Zeitgeschichte über den aus Mals stammenden Sternreporter Gabriel Grüner am am 11. November 2010 im Bauernladen Pobitzer in Mals statt. Gabriel Grüner wurde vor elf jahren am Dulje-Pass in Kosovo, gemeinsam mit dem Fotografen Volker Krämer und dem Übersetzer Senol Alit bei einer Reportage ermordet. Der Bildungsausschusses der Gemeinde Mals und die Agentur Zeitenspiegel haben es sich gemeinsam mit den Geschwistern Grüner zum Ziel gesetzt, den Geist und das Engagement Gabriel Grüners in Erinnerung zu rufen. Gabriel Grüner berichtete von den Brennpunkten der Welt, aus Afghanistan, Algerien, Sudan und vom Balkan. Die Frage nach dem ,,Warum war für ihn und seinen KollegInnen der Schlüssel für jede Verbesserung der Situation und sein Anspruch war eine eindrucksvolle und authentische Berichterstattung. So entstanden "Reportagen gegen das Vergessen".
Die Autorin Andrea Böhm und der Fotograf Marcus Bleasdale haben den Hansel-Mieth-Preis 2010 gewonnen. Die Journalisten bekommen die renommierte Auszeichnung für die Reportage Freude, schöner Götterfunken, die im Zeit-Magazin erschienen ist. Sie erzählt die Geschichte eines klassischen Orchesters im Bürgerkriegsland Kongo.
Aus dem Mittagsmagazin des Sendes RAI Bozen (Italien).
Die Agentur Zeitenspiegel hat zum 10. Mal das Gabriel-Grüner-Stipendium vergeben. Das mit 6000 Euro dotierte Recherchestipendium ging an die Journalistin Amrai Coen, 22, und den Fotografen Fabian Brennecke, 24.
Zeitenspiegel Reportagen
Zusammenschluss renommierter AutorInnen und Fotografen hat seinen Sitz in Weinstadt bei Stuttgart und Büros u. a. in Shanghai, New York, Genua und Kopenhagen. Die Agentur arbeitet für Magazine wie stern, Focus und Geo, aber auch für Tageszeitungen und für Zeitschriften im Ausland. Wichtigste Stilform sind engagierte Reportagen aus aller Welt, "weil eine gute Geschichte Berge versetzt, weil sie das Herz aufgehen lässt, weil sie die Welt verändert". Mitglieder von Zeitenspiegel erhielten in den vergangenen 20 Jahren viele Journalistenpreise für ihre Arbeiten.
Über ihr Konzept schreiben die Fotografen: "Eine Minute besteht aus 3.600 Sechzigstelsekunden, das ist auch schon das einzig Berechenbare an der Fotografie. In 3.599 davon schauen die Menschen entweder aus dem Bild oder flattern mit den Lidern, bewegen sich zu schnell oder gar nicht, schiebt sich eine Wolke vor die Sonne, fährt ein Radfahrer durchs Bild oder steht ein Uniformierter im Weg, klemmt der Verschluss oder schwächeln die Blitzbatterien, schubsen einen die Kollegen von links, von rechts, fliegen einem Verwünschungen, Tomaten, Kugeln um die Ohren ... Doch dann gibt es diese eine Sechzigstelsekunde, in der sich eine beiläufige Handbewegung, ein entwaffnetes Gesicht, eine Spiegelung auf nassem Asphalt, das Spiel der Farben in der Iris zu einem Augenblick verdichten, der abendfüllende Geschichten erzählt. Fotografen sind Jäger und Schatzsucher."
Die Agentur hat auch den renommierten Hansel Mieth Preis (für Reportagen) initiiert. Damit erinnert an ihr 1998 verstorbenes Ehrenmitglied Hansel Mieth aus Fellbach (Baden-Württemberg), das sich in seiner Karriere als Fotografin für das amerikanische Magazin LIFE überwiegend sozialen Themen widmete.
Die Agentur im Web: www.zeitenspiegel.de